Gedanken zum Für und Wider des Glühbirnenverbotes

Ab September (also ab jetzt) endet in Europa die Glühbirnen-Produktion, bzw wurde die Produktoin und der Handel mit ihr verboten. Die EU hatte das Glühbirnenverbot beschlossen und dem EU-Konsument als Energiesparmaßnahme zum Schutze des Menschen und der Umwelt verkauft. Doch werden immer mehr Stimmen laut, dass die Alternativen zur Glühbirne, vor allem die Energiesparlampe, rein technisch von der Effizienz nicht unbedingt das halten was sie versprechen und zusätzlich geht von ihnen auch eine Unweltbedrohung aus.

Jeder Verbraucher kennt das Loblied auf die Energiesparlampe wollte aber nicht unbedingt das Liedchen mitsingen, da das ausgestrahlte Licht der Energiesparlampen so kühl ist, weil sie erst eine Weile braucht, bis sie wirklich hell ist und weil sie auch nicht billig ist (im Vergleich zur Glühbirne). Lange Jahre hat uns die Wirtschaft durch die Medien aber vehement eingehämmert, die Energiesparlampe würde mehr als doppelt so lange halten wie herkömmliche Birnen, sie wäre genauso hell und trage zur Gesundung der Umwelt bei. Irgendwie hatten die Konsumenten das auch endlich verinnerlicht und so stellten immer mehr ihren Haushalt auf Energiesparlampen um. Nun aber wird der Verbraucher immer drastischer damit konfrontiert, dass nichts davon so wirklich richtig stimmt, und sie werden die nächsten Jahre auch erkennen müssen, dass manch liebgewonnenes Globusglühlämpchen nicht mehr im Handel zu ergattern ist, dass die Energiesparlampe auf den gesonderten Sondermüll geschafft werden muss, und dass eine zu Bruch gegangene Energiesparlampe im Kinderzimmer beispielsweise ein nicht einfach wegzuwischendes Gesundheitsrisiko darstellt.

Die Energiesparlampe und die Vertreter ihrer Art brauchen nämlich Quecksilber um ihre Leuchtkraft zu entwickeln. Zwar sei die Menge, die standardmäßig zur Herstellung vorgegeben wurde, ziemlich gering, aber man darf sich schon fragen, warum einerseits das Quecksilber in Fiebermessern und Barometern wegen seiner Gefährlichkeit verboten wurde und andererseits dürfen, nein müssen nun per Gesetz quecksilberhaltige Leuchtmittel in Häuser installiert werden. Bekannt ist auch, dass gerade Billighersteller, bei denen es schnell und effizient hergehen muss, sich nicht immer an die Richtlinien halten, vor allem dann nicht, wenn das Verfahren, mit einer winzigen Menge Quecksilber eine Lampe zum Leuchten zu bringen eher diffizil und kostspielig ist, gerne mal die doppelte und dreifache Dosis von dem in die Lampe geben, als von der EU vorgesehen.

Da nützt auch die beschwichtigende Botschaft nichts, dass man, wenn eine Engergiesparlampe zu Bruch ging, die Scherben einsammeln soll, diese dann mit dem Rest der Lampe gesondert entsorgen und dann gut durchlüften soll, dann wäre alles wieder gut. Quecksilber verdampft nun mal schleunigst und ist im gasförmigen Zustand äußerst gesundheitsschädigend.

Man ahnt doch heute nach all den Skandalen, die sich die Wirtschaft gerade im gesundheitlischen Bereich schon leistete, dass vielleicht in zehn Jahren herauskommt, dass die Energiesparlampe und ihre Schwestern doch nicht so ungefährlich sind, wie man annehmen wollte.

Es hört sich auch durchaus wissenschaftlich und durchschlagend an, wenn man sagt, dass man mit dem Austausch der Glühbirne unglaublich viel Energie sparen kann und damit der CO2 Ausstoß verringert werden wird. Sicherlich das stimmt so gesehen auch, nur muss man im gleichen Zuge auch sagen, dass der verbrauchte Strom, der zur Lichtgewinnung in Häusern verbaucht wird nur 1,5 % des gesamten Stromverbrauches ausmacht. So gesehen wird Strom gespart, aber wie es einem doch aufgehen muss an der denkbar uneffizientesten Stelle. Wenn solche Maßnahmen Sinn machen sollen, warum betreibt man nicht mit der gleichen Vehemenz die Entwicklug von Energieeinspartechniken beim Kochen, Heizen und vor allem beim Wäschewaschen und Geschirrspülen. Vielleicht ist die Wirtschaft in ihrer Technologie noch nicht so weit, dass sie Kraft EU-Gesetz solche Techniken gewinnbringend an den Konsumenten verkaufen kann.

Irgendwie scheint sich die Geschichte doch immer wieder zu wiederholen, wenn man nur mal bedenkt, mit welchen Argumenten damaligen Langspielplattenhörern die geliebte LP abspenstig gemacht wurde, indem man damals die überaus ewig haltbare, unzerstörbare und vor allem klangmäßig hochqualitative CD in den Himmel lobte. Jeder, der damals nur ein bisschen mitdachte und dagegen argumentierte wurde als ewig Gestriger belächelt. Man weiß wieviel die CD von dem gehalten hat, was sie versprach und die Nörgler von damals schütteln heute traurig über die schlechte Klanqualität der MP3-Player, mit denen sich die Leute völlig ohne wirklichen Genuss die Gehörknöchelchen platthämmern lassen, den Kopf.

Vielleicht werden auch wir unseren Kindern in nicht zu ferner Zukunft erzählen müssen, dass wir uns von der Wirtschaft haben überzeugen lassen, dass wir auf die Glühbirne zu verzichten hatten, werden bei blaßblauen oder gelben Licht einer zukünftigen Lampe die arme alte Glühbirne vermissen, wenn wir versuchen eine Gutenachtgeschichte vorzulesen, wenn man das dann überhaupt noch tut.

Zumindest wissen wir eins: Wir wissen alle fast nichts, da die sogenannten Experten sich mit Argumenten und Gegenargumenten erschlagen, während die Politik Gesetze verabschiedet, die unserem gesundheitlichen Wohl und dem Schutz des Klimas dienen sollen, wobei man irgendwie ahnt, dass vor allem die Wirtschaft kräftig verdienen wird...... und wenn das dann aber doch unter der Prämisse des Umweltschutzes geschieht, dann sagen wir halt ja und lassen uns was weiß Gott noch alles verbieten.

Eine Nation scheint aber doch mit etwas mehr Grips an die Sache herangegangen zu sein. Neuseeland nimmt Abstand vom Glühbirnenverbot! Vielleicht wissen die Neuseeländer mehr als wir, man sollte sie ruhig mal fragen.

Was halten Sie von dem Glühbirnenverbot? Diskutieren Sie hier mit!