Kohlenfadenlampe - Geschichtliche Bedeutung
Die Kohlefadenlampen waren in den 1880er Jahren die ersten elektrischen Produkte, die in den Privathaushalten benutzt wurden. Damit einher geht der Bau der elektrischen Energieversorgungsnetze.
Diese Produkte markieren mithin den Beginn der umfassenden Elektrifizierung in der kulturellen Entwicklung der Menschheit.
Gaslampenhersteller und Gasversorger verloren damals ihre Märkte, während um die Verteilung des neu entstehenden Elektromarktes hart gekämpft wurde.
Die in den 1880er Jahren geführten Patentprozesse um die Kohlefadenglühlampe in Europa und in den USA gehören zu den umfangreichsten, jemals geführten Patentprozessen. Der Patentprozess der Edison Electric Light Co. gegen die United States Electric Lighting Co. z.B. dauerte von 1885 bis 1892 und soll ca. 6.500 Seiten Akten umfassen. Nach Angaben der Edison-Biografen Dyer und Martin wurden allein in den USA zwischen 80 und 90 Patentprozesse um die Glühlampenpatente geführt und weitere mindestens 125 Patentprozesse um die mit der Glühlampe verbundenen Erfindungen in der elektrotechnischen Infrastruktur. 1889 musste Edison einen eigenen Unternehmensbereich für die Steuerung und Administration der Verfahren gründen. Der Aktenumfang und die lange Dauer dieser Patentrechtsstreite ist durch Prozessverschleppungsstrategien der Patentverletzer begründet. Im schwebenden Verfahren konnten sie weiter produzieren und offenbar die Rechtskosten ausgleichende hohe Gewinne abschöpfen. 1893 stand der aus Deutschland stammende Heinrich Göbel im Mittelpunkt von Patentprozessen in den USA um die Kohlefadenlampe.
In Deutschland kam es anders als in den USA und Großbritannien nicht zu umfangreichen Patentprozessen, da die bedeutenden Elektrounternehmen Deutsche Edison Gesellschaft (später AEG) und Siemens & Halske 1883 ein Produktions- und Preisabkommen zur Glühlampenvermarktung schlossen und den Markt unter sich aufteilten.
Glühlampen waren in jener Zeit ein teures Luxusprodukt für Hotels, Büros und wohlhabende Schichten in den Großstädten.
Die Hersteller von Glühlampen wie die Edison Electric Light Co. erlaubten häufig nur den Betrieb der von ihnen gefertigten Glühlampen an bestimmten Stromversorgungsnetzen und sicherten sich so auch diesen Markt. Mitarbeiter der Glühlampenhersteller recherchierten in Hotels, Büros usw. nach Stromgeneratoren und veranlassten Klagen bei Benutzung von Glühlampen mit nicht lizenzierter Stromversorgung.
Kohlefadenlampen wurden nach 1900 durch Glühlampen mit Tantal-Glühfaden und später Wolfram-Glühfaden ersetzt.
Wenn Sie mehr zum Thema Energiesparen wissen wollen, besuchen Sie top-runner.de
Quellenangabe
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Kohlenfadenlampe" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der "GNU - Lizenz" für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Autorenliste verfügbar.