Glühbirnenverbot oder ihr Aussterben durch Marktregulierung?
Durch die Erfindung und Installation der Glühbirne in alle Bereiche des täglichen Lebens leuchtete ein künstlich geschaffenes Licht ein neu entstehendes Zeitalter aus. Nicht nur der Einzelne konnte nun auch nachts lesen, ohne sich die Augen zu verderben, nein, den Industrieunternehmen und überhaupt allen Unternehmen war es möglich durch Nachtschichten ihre Produktion und dadurch Gewinne hochzufahren, die einen ständigen wirtschaftlichen Boom versprachen. Das Zeitalter, wonach gesellschaftlich sich Tag und Nacht nur noch darin unterscheidet, dass es eben draußen tagsüber hell und nachts dunkel ist, begann seinen Lauf zu nehmen und gipfelt heute in der Tatsache, dass uns wegen allzu unbedenklichem Verbrauch unserer Ressourcen eine Klimakatastrophe ins Haus steht. Und gerade jetzt wird uns klar, dass die Glühbirne, die Mutter der Unabhängigkeit von der Sonne, die Erschafferin unserer heutigen Gesellschaft, eine Energieschleuder erster Güte ist, die man am liebsten aus den Häusern und Betrieben, aus den Bars und Diskotheken und überhaupt aus dem menschlichen und gesellschaftlichen Leben verdammen will.
Dass die Glühbirne der uneffizienteste Stromverbraucher Nummer 1 ist (nur fünf Prozent der aufgenommenen Elektroenergie wird in Licht umgewandelt), das wusste man schon seit ihrer Entstehung, sie aber aus unserem Leben wegzudenken war schlichtweg unmöglich gewesen. Das ist nichts Neues und ehrlich gesagt machte sich auch niemand tatsächlich Gedanken darüber, da wir das künstliche Licht eben brauchen, und es der gesellschaftliche und wirtschaftliche Untergang unserer Industrienationen wäre, wenn wir sie hätten abschaffen wollen.
Nun aber drängt sich Dank der düsteren Mahnungen an eine Umweltkrise und der Voraussicht, dass die fossilen Energieträger irgendwann ein Ende nehmen werden, ein neuer Denkansatz in das Bewusstsein der Menschen. So forschten Lampenhersteller nach alternativen Leuchtkörpern, die Licht erzeugen und viel weniger Strom brauchen und diesen dann auch noch sinnvoll einsetzen (keine Erwärmung der Leuchtkörper z. B.). Angefangen bei den Leuchtstoffröhren entwickelte man daraus die so genannten Energiesparlampen (Entladungslampen), die zwar einen geringen Stromverbrauch haben, in der Anschaffung aber relativ teuer sind und außerdem kein so schönes, warmes Licht wie eine Glühbirne ausstrahlen. Diese alternativen Beleuchtungsformen konnten aber die Glühbirne trotz ihres niedrigen Stromverbrauchs nicht wirklich vom Markt verbannen, und deshalb wurde weiter geforscht, und es wurde auch eine andere Technologie gefunden! Die LED- Lampe! Sie ist gerade auf dem Vormarsch den Weltmarkt zu erobern und dies ist allein schon aus Energiespargründen durchaus berechtigt. Die Technologie an sich ist nicht unbedingt neu, LEDs werden schon seit Jahrzehnten in HiFi- Anlagen beispielsweise eingesetzt und die heutigen Jugendlichen sind mit ihnen aufgewachsen (Wecker, Radios, Handybeleuchtung etc.), neu daran ist, dass man es geschafft hat, diese Technik haus- und hoffähig zu machen. Das Revolutionäre daran ist aber vor allem der bestechend niedrige Stromverbrauch, der auch jeden noch so großen Glühbirnenliebhaber in die Knie zwingen muss. Auch gilt das Argument, dass das Licht zu kalt wäre nicht mehr, denn die Erzeuger legen viel Wert darauf ein angenehmes Lichtambiente zu erzeugen. So gesehen dürften wir uns nun doch von der alteingesessenen Glühbirne langsam verabschieden.
Langsam? Einige Nationen, allen voran die Australier, würden die Glühbirne am liebsten jetzt und sofort aus dem Stromnetz verbannen und denken laut über ein Glühbirnenverbot nach. Dies bringt natürlich auch andere Länder auf den Plan, und so muss sich nun auch Deutschland mit der Frage nach einem Glühbirnenverbot auseinandersetzen, was wiederum zu Kontroversen führt. Obwohl, es spricht doch rein gar nichts gegen ein Glühbirnenverbot, und da hilft auch das Argument es sei ein Witz, dass ausgerechnet Australien, einer der weltweit größten Klimasünder, das nicht mal das Kyoto-Protokoll unterzeichnen will, eine solche Maßnahme vorschlage, nicht viel. Australien will seinen Treibgasausstoß durch das Verbot von Glühbirnen jährlich um 4 Tonnen verringern, und auch der Gedanke, dass bei uns zwei Atomkraftwerke abgeschaltet werden könnten, wenn wir die Glühbirnen durch Sparlampen oder LEDs austauschen, ist ein Argument, dass Deutschland zu seinem Glück wenn nötig mit einem Verbot gezwungen werden muss.
Chance der Energieeinsparung
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass solch eine Chance der Energieeinsparung bei den Hörnern gepackt werden muss, wenn sich ein Land wie Deutschland, das sich den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat, nicht in der Weltöffentlichkeit bloßstellen möchte. So gesehen scheint das Glühbirnenverbot nur noch eine Frage der Zeit zu sein, müssen mit den Glühbirnenherstellern Deals vereinbart werden, und da kommt es sicherlich nur auf die Flexibilität der Hersteller und unserer Politiker an, wie lange das dauern wird.
Andererseits könnte es auch sein, dass sich der Markt von alleine regelt, da die Strompreise immer höher werden und die Menschen von selbst den Abschied der heiß geliebten und wie von den Motten umschwärmten Glühbirne nehmen werden. Auch das Umweltbewusstsein, gerade der deutschen Bevölkerung, tendiert dahin sich das Sparen nicht von der Regierung diktieren zu lassen, sondern aus eigenem Antrieb (allein schon zur Gewissenserleichterung) die Produkte zu verwenden, die beim Stromsparen die höchste Effizienz versprechen.
Für die Glühbirnenhersteller wäre allerdings das Verbot und somit verhandelte Entschädigungen das Beste was ihnen passieren kann, denn sie werden über kurz oder lang auf dem Markt keinen Bestand haben. Schon aus dieser Sicht betrachtet ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Glühbirnenverbot kommt, beträchtlich hoch, auch wenn es ein Volk zur Einsicht nicht unbedingt brauchen würde!
Bleibt nur noch die Frage über das immer boomende Wirtschaftswachstum im Raum, denn Sparlampen halten ungleich länger und besonders LEDs gehen so gut wie gar nicht kaputt, was den Herstellern zumindest wirtschaftlich gesehen gar nicht gefallen kann. Könnte man hier, bei diesem Verbot, nicht die Vorboten einer Produktion erkennen, die wieder Dinge herstellt, die eine lange Lebenszeit und somit endlich wieder Qualität haben, was auf kürzere Sicht den Billigproduktionssektor austrocknet und somit der Umwelt, den Arbeitern und den Käufern, sprich allen Menschen zugute kommt?